So dick bin ich doch gar nicht!

Hallo ihr Lieben!
Ich möchte heute mit euch über ein verzerrtes Selbstbild reden. Eigentlich habe ich mich ja da immer von freigesprochen, doch auch ich, habe eine verzerrte selbstwahrnehmung.
Normalerweise wird es ja den Frauen nachgesagt, sich dicker zu sehen als sie sind und den Männern, dass sie sich trotz Bierbauch noch schlank wähnen.

Ich bin anhand dieser Prämisse eindeutig männlich: Ich bin immer wieder überrascht wie verdammt dick ich eigentlich bin.
Im Alltag bin ich ziemlich zufrieden mit mir – wenn man vom Frust beim Einkaufen absieht (warum zum Teufel gibt es Plus Size Klamotten eigentlich nur mit hässlichen Prints?!) und meiner Wirbelsäule absieht, find ich mich jetzt nicht zu dick.
Klar übergewichtig, aber ich finde es regelmäßig super irritierend, wenn Ärzte schockiert sind, wie hoch mein BMI ist. Ich mein‘ klar: Ich bin morbid adipös, aber das ist doch halb so wild. Meine Größe kompensiert mein Äußeres extrem, ich kann noch laufen und brauche keinen Kran um aus dem Bett gehievt zu werfen, wie andere mit meinem Gewicht. Was soll der ganze Terz also?

Bis vor kurzem waren das noch meine Gedanken. Selbst jetzt hadere ich noch mit mir, wenn ich mich mal wieder „halb so wild“ finde, und mir dann vor Augen führe, wie viel das eigentlich ist. 

Ich hatte letztens ein Aha-Erlebnis der besonderen Art. Ich habe mich am Ende des Tages entkleidet, saß dann eine Weile auf der Bettkante und hielt meine Kleidung mit ausgestreckten Armen von mir – und war erschüttert.

Ich weiß nicht ob ihr euch das vorstellen könnt. Etwas was angegossen (bzw mittlerweile leicht locker sitzt) hielt ich hoch und es hatte die Ausmaße eines halben Zirkuszeltes. 
*
Wahnsinnig. Das konnte doch wirklich nicht sein!
Genau so habe ich mich gefühlt. Nur dass ich nicht wie Hal im Film „Schwer Verliebt“ hypnotisiert bin – ich habe nur ein verzerrtes Selbstbild.

Genau wie ich mich nicht im Alltag dick empfinde, fühle ich mich noch nicht dünner mit 23,4kg weniger auf den Hüften. Ich sehe es zwar auf den Fortschrittsbildern, dass ich mich sehr verändert habe, aber an mir selbst sehe ich es nicht.
Vielleicht kommt das ja noch mit der Zeit …?

Ich hoffe es. Ich arbeite daran.❤️

Habt einen schönen Tag,
Stephie💕

*Gif aus dem Film „Schwer Verliebt“. Ich habe daran keinerlei Rechte.

2 Kommentare

  1. Hi :),

    habe soeben deinen Blog entdeckt – eine „Leidensgenossin“ wenn man das so nennen kann ;).

    Ich kann nachempfinden, wie Du dich in diesem Moment gefühlt hast, das gleiche Erlebnis hatte ich letztens auch mit Klamotten von mir. Noch sehe ich selbst keine Fortschritte aber bei mir ist es ja auch noch nicht lange her also abwarten.

    Ich wünsche Dir weiterhin viel Erfolg 🙂

    LG

    Chantyla

  2. Wow! Vielen Dank für diesen ehrlichen Artikel!
    Bei mir hat es (leider) nicht durch die Klamotten „klick“ gemacht, sondern erst viel später: ENDLICH hat mich ein Arzt mit der Diagnose Adipositas konfrontiert! Obwohl ich diverse Arztbesuche und Krankheiten bereits hinter mir hatte. Es wurden immer nur die Symptome behandelt – nie die Ursache: ich bin FETT. Offiziell. Manchmal hab ich das Gefühl Ärzte „trauen“ sich nicht über sowas heikles zu sprechen?! Oder denken sie: ach, der Patient guckt jeden Tag in den Spiegel – er WEIß, er ist zu fett!? Vorher hatte ich mich gut und gerne vor mir selbst verteidigt: och, ich bin halt etwas pummelig… etwas „Winterspeck“ hat mir noch nie geschadet… etc. Damit ist jetzt Schluss! Nach meiner Entbindung geht’s endlich los – denn ich will lange und gesund für meine Kids da sein können!
    Liebe Grüße, Natalie

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