Harry Potter and the cursed Child 

Spoiler sind deutlich als solche gekennzeichnet und im Text ersichtlich


Ein neuer Harry Potter! Ein neuer Harry Potter! Ahhhh!

Hallo Zuckerpopos!
Oh was freu ich mich! Ich hab so lang auf eine neue Geschichte gewartet.
Ich habe damals mit 11 Jahren den ersten Teil, Harry Potter und der Stein der Weisen, von meiner Mama in die Hand gedrückt bekommen, weil ich viel zu wenig gelesen have. Als ich durch war, habe ich meine Mama angebettelt, sass sie mir den zweiten Teil kaufen sollte. Und einfach so, war ich süchtig.
Harry Potter ist eine der schönsten Erinnerungen, die ich in meiner Jugend gemacht habe. Ich erinnere mich an das sehnsüchtige Warten auf das nächste Buch, Mitternachtspremieren verkleidet als Hexe, an durchgelesene Nächte, weil ich nicht mit dem Lesen warten konnte und an Kino-Besuche mit der kompletten Familie, bei denen wir immer mindestens mit 10 Leuten saßen.
Ich habe Rotz und Wasser geheult, bei so vielen Toden und jedes Mal wenn ich die Filme sehe, oder die Bücher nochmal lese, ist es wieder wie früher.
Ach es war schon toll.


Jetzt endlich endlich kam das 8. Buch raus – wobei es ja eigentlich das 11. Buch ist, nach Quidditch im Wandel der Zeiten, Magische Tierwesen und wo sie zu finden sind und die Märchen von Beedle dem Barden. (Ja, ich besitze sie alle😋, wobei ich von Beedle dem Barden gerne noch die Hardcover Version kaufen würde. Die hat meine Freundin und die sieht wundervoll aus!)

Review
Harry Potter and the cursed Child (dt. Harry Potter und das verwunschene Kind) ist die 8. Geschichte, 19 Jahre später, rund um Harry Potter, der mittlerweile ein überarbeiteter Misteriumsarbeiter ist und zusammen mit Ginny seine drei Kinder, James, Albus und Lilli aufzieht. Kern der Geschichte ist die Beziehung zwischen Albus und Harry und der Kampf gegen eine neue Bedrohung.

Eines vorneweg, weil ich mich das auch vorher gefragt habe: Ja, es ist ein Script. Es ist in der Tat wie ein „Drehbuch“ geschrieben.

Ich hatte anfangs bedenken, dass ich das als störend empfinden würde, doch ich kam da wirklich fix hinein und konnte das Script in einem Rutsch herunterlesen. Es war wirklich flüssig und eine vergleichsweise leichte Lektüre. Schon allein wenn man es neben den letzten beiden Harry Potter Büchern sieht.
Ganz ehrlich, ich empfand diese Geschichte eher seicht, im Vergleich zu den vorangegangenen Büchern und finde, dass sich das Buch fast wie eine Fanfiction anfühlt, als ein ausgewachsenes Buch.

Die Krux an diesem Buch ist, dass es eben ein Script ist. Sprich; das Buch besteht aus einem kurzen Setting der Szene, gefolgt von der Handlung und Sprache. Genau das ist auch, meiner Meinung nach, der Grund warum dieses Buch so seicht daher kommt. Es fehlen viele Beschreibungen der Umgebung, detaillierte Einleitungen und Hintergrundgeschichten. Auch die Charaktere scheinen dadurch seichter als sonst und Handlungen wirken unüberlegt, übereilt und plötzlich.
Mann wird in die Geschichte hinein geschmissen, es passiert alles schlag auf schlag, und die ersten Jahre von Albus auf Hogwarts wird auf den ersten Seiten nur angerissen. Das wichtigste wird erwähnt: Sein Haus, in das er einsortiert wird, mit wem er sich anfreundet und mit wem er nicht so gut kann.

Der eigentliche Kern der Geschichte beginnt erst in Albus späterer Hogwarts-Laufbahn und basiert auf einem von Albus belauschten und missinterpretierten Gespräch, dass Harry führt und einem Streit den Harry mit Albus hat.
Albus fällt eine folgenschwere Entscheidung, die die ganze Welt betrifft, denn genau die bringt er durcheinander, während er seinen Plan in die Tat umsetzt.

Mich stören Aussagen die Harry von sich gibt, gerade als Vater der selbst misshandelt und ausgenutzt wurde. Er geht unfassbar schnell an die Decke und ist vorschnell mit seinen Verurteilungen, was man noch aus seiner Schulzeit kennt, aber man eigentlich mit knapp 40, als erfahrener Auror, abgelegt haben sollte.
Aber mich stört genauso die Sturheit von Albus. Ich kann mich hierbei charakterlich eher mit seinem besten Freund, Scorpius, anfreunden, der gewisse Charakterzüge mit Hermine teilt, als mit Albus.

Was mich aber am meisten irritiert, ist das zentrale Element in diesem Buch. Das element, das diese Geschichte ausmacht und aufgrund dessen sich die Welt rund um Harry komplett verändert. Geschichten dieser Art passen mir generell nicht, weil ich nicht klar komme mit den Folgen.

*SPOILER*


Es sind Zeitreisen. Albus und Scorpius treiben den letzten Zeitumkehrer auf, und reisen in die Vergangenheit um Cedric Diggory zu retten. Einen von vielen Toten, die auf die Rechnung von Harrys angeblichen Fehlern geht. Ihre Logik ist, dass Cedric nur gestorben ist, weil er das Trimagische Turnier zusammen mit Harry gewonnen hat. Die beiden Jungs wollen genau das ändern, reisen in die Vergangenheit und das hat natürlich die verschiedensten Folgen.
Warum genau sie nun Diggory retten wollen, einen Jungen mit dem beide keinerlei Verbindung haben und dessen Vater nur ein mal von Albus belauscht worden ist, bleibt offen. Mir fehlt hier eine bessere Motivation warum sie gerade diesen einen Tod ändern wollen.
Außerdem ist der Punkt der mir vei der Mechanik des Zeitreisens Bauchschmerzen bereitet folgender: Zeitreisen mit veränderten Zeitlinien sind hochgradig unlogisch bzw Paradox.
Wenn jemand in die Vergangenheit reist, ein Element dieser Vergangenheit ändert und dann zurück reist, ist die Zukunft eine andere als die aus der derjenige gekommen ist. Und diese andere Zukunft gibt ihm dann ggf. nicht den Grund warum er überhaupt in die Vergangenheit gereist ist.
Auch wenn man dann das Element, das man korrigiert erneut verändert, ist die Zukunft nicht die Originale Zukunft, sondern eine Zukunft die durch die Veränderung entstanden ist.
Zeitreisen find ich einfach als Element einer Geschichte furchtbar. In mir zieht sich alles zusammen, wenn ich nur an die Logik von Zeitreisen denke (und ich bin sehr froh, dass wir es aktuell noch nicht können).
Ich lehne mich einfach mal aus dem Fenster in dem ich behaupte, dass man an dieser Stelle merkt, dass das Drehbuch nicht von Rowling selbst geschrieben wurde, sondern nur auf ihrer Idee basiert. Ihre vorangegangene Zeitreise im 3. Band war viel besser implementiert und durchdacht. Auch wenn man dabei bedenken muss, dass das Zeitreisen an dieser Stelle auch nur sehr eingeschränkt benutzt wurde.
*SPOILER ENDE*

Ich finde es außerdem schade, dass man von Harrys anderen Kindern so wenig mitbekommt. Sie werden am Anfang erwähnt, aber im Verlauf des Scripts habe ich das Gefühl, als würden sie, im Kampf gegen ein neues Böse, verloren geben.
Das Böse selbst scheint fast nachträglich in die komplette Geschichte Harry Potters eingefügt worden zu sein, weil man davon in dem letzten Buch (die Heiligtümer des Todes) absolut nichts mitbekommt – Es ist aber etwas, was man hier und dort bemerken hätte müssen. Das empfand ich etwas unglaubwürdig.

Davon ab ist Harry Potter and the cursed child eine Geschichte, die okaaaaay ist. Sie ist nicht super toll, geschweige denn hat sie das gleiche Feeling der Harry Potter Bücher. Sie ist aber auch nicht unfassbar furchtbar. (Ich persönlich finde es sehr doof, dass ich sie nicht toll finden kann.)
Es liegt in der Natur eines Scriptes, dass man relativ wenig seelenleben in die Figuren einhauchen kann, dafür fehlen viele Schichten dieses Stücks: Die Bühnengestaltung, die Musik und nichts zuletzt die schauspielerische Leistung der Darsteller, die auf dem Papier natürlich nicht geschrieben steht.
Es ist zusammenfassend kein klassischer Harry Potter, aber das war vorher schon halbwegs klar. Dennoch liebe ich es in die Welt von Hogwarts zurück zu kehren – obwohl man von Hogwarts selbst im Script enttäuschend wenig mitbekommt.

»Whether you come back by page or by the big screen, Hogwarts will always be there to welcome you home.«
— J.K. Rowling

Für einen wahren Fan, ist das Script eh wahrscheinlich ein Muss, allerdings muss man sich, wenn man kein gutes englisch kann, nicht mit der englischen Edition „herumplagen“, es reicht die deutsche Variante, die am 24.September erscheint, denn so besonders ist die Geschichte nicht. Wobei ich sagen muss, dass die Harry Potter-Klassiker ein höheres Sprachniveau aufweisen, als das Script. Es sollte also auch für jemanden, der nicht flüssig englsich spricht, meisterbar sein.🙂

Abschließend möchte ich noch anmerken, dass das Buch nicht hätte sein müssen. Ich emfpinde die Geschichte fast so, als hätte Rowling noch etwas nachlegen wollen. Eine Geschichte die nach dem vollkommenen Ende angehängt wurde – quasi als eine Art Fanservice. Ich präferiere allerdings mein 7 Bücher Harry Potter Franchise.

Was haltet ihr von dem Buch, Zuckerpopos?

Alles Liebe,
Stephie

PS: Hier sind weitere Reviews die ich komplett unterschreiben kann und teilweise noch weiter gehen als ich es hier im Text getan habe. 
-> Von imSarahSnitch auf YouTube (Englisch)
-> Von rrradiovision auf YouTube (Deutsch)
-> Von Neil McNeil auf YouTube (Englisch)

1 Kommentar

  1. Vielen Dank für diese Rezension!
    Ich bin zwar nicht wirklich ein Potterhead (Young Adult Novels sind generell nicht so meins) aber gern gelesen habe ich die Bücher schon. Ich habe nun sehr unterschiedliche Meinungen zum Cursed Child gesehen (deinen Kritikpunkt mit den sehr stoppelig und löcherig eingearbeiteten Zeitreisen haben viele andere auch), von völliger Euphorie bis zu „meh, geht so“ war alles dabei.
    Das macht natürlich neugierig. Ich glaube, ich werde mir das Buch mal ansehen!

Schreibe einen Kommentar