Lebe wohl, Opa ❤️

Seufz …
Ich weiß nicht, wie ich das anfangen soll – es hat ja auch nicht wirklich was mit meiner Abnahme zu tun. Aber irgendwie auch schon, weil ich ein verdammter emotionaller esser bin und mich das sehr auf die Probe stellt.
Ich möchte aber auch an dieser Stelle einfach etwas über ihn erzählen.

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Mein Großvater ist letzte Nacht verstorben.

Es war nicht plötzlich, nein. Im Grunde hat es sich schon sehr lang abgezeichnet und in den letzten zwei Wochen war uns immer wieder bewusst, dass jeder Tag der letzte sein könnte.
Er hatte Jahrelang Krebs. Bekam monatelang eine Chemotherapie, die ihn total verändert hat. Seine Haare fielen aus und er verlohr drastisch an Gewicht. Es war noch immer Opa, er steckte dort noch immer drin, doch musste man in der Zeit immer genauer hinschauen um den starken, lebensfrohen und doch oft tüddeligen Mann zu erkennen, der er war.
Nach der Chemo ging es etwas bergauf. Er war auch letztes Jahr noch mal bei uns zu besuch, damit meine schwester ihn noch einmal sieht. Sie leidet an einer Sozialphobie und hätte ihn sonst nicht mehr gesehen. So hat sie ihn noch einmal erlebt, wie er gelacht und gescherzt hat. 💕
Ihm war durchaus bewusst, dass seine Zeit auf Erden beinah um war … er hat mir, immer wenn ich ihn umarmte, gesagt, wie stolz er auf mich ist. Hat mir das gefühl gegeben, ich sei etwas besonderes. Und dass ich viel erreicht hätte. Etwas, was ich in meiner Strenge mir gegenüber nie eingestehen würde. 💕
Kurz danach hat er eine weitere Chemo bekommen und man sah ihm an, dass es zuende ging. Er konnte nicht mehr laufen … hat erst nur im Stuhl und dann nur noch im Bett gelegen. Doch er war geistig noch immer da.
Einer meiner liebsten Erinnerungen an meinen Opa sind seine Ständchen, die er immer gesungen hat. Er liebte es zu singen.
An meinem Geburtstag im Mai diesen Jahres hat er das ein letztes Mal für mich getan. Er hat mir ein Geburtstagsständchen gesunden. Am Telefon, weil er nicht selber da sein konnte.

Das letzte Mal, das ich ihn sah, war vor knapp zwei Wochen, auf dem Geburtstag meines Cousins. Meine Tante hat seinen Geburtstag bei meinem Opa gefeiert.
Er hat beinah die ganze Zeit geschlafen und wenn er wach war, schmerzen gehabt. Als wir gefahren sind, bin ich zu ihm gegangen, hab ihn leicht gedrückt, habe über deine Wange gestreichelt und habe lebe wohl gesagt. Er hat mich angesehen und gelächelt.
Ich wusste, dass es nicht mehr lang dauern würde. Am gleichen Tag noch kam er ins Krankenhaus, da die Pflegerin meinte, dass sein Blutdruck zu niedrig sei.

Ab da ging es schnell und doch quälend langsam. Von Erzählungen weiß ich, dass er nicht viel gesagt hat. Als am Mittwoch Vormittag der Anruf von meiner Oma kam, dass es vorbei geht, kamen alle Kinder von ihm und wachten an seiner Seite. Es war wundervoll für ihn zu spüren, dass alle dort waren.
Donnerstag Abend dann, am 14.07.2016, gegen 21:50, ist er im Kreise seiner Familie gegangen. Auf ins nächste Abendteuer.

So sehr es mich schmerzt, weiß ich, dass es gut ist, dass er gehen konnte. Dort wo er jetzt ist, geht es ihm besser.

Vielleicht schaut er ja gerade auf mich hinunter, singt dabei ein ständchen und lächelt.
Ich wünsche es mir. 💕

2 Kommentare

  1. Mein herzlichstes Beileid. Ich bin sehr berührt von deinem Text, so sehr sschreit er Liebe und versetzt mich eineinhalb Jahre zurück als meine geliebte Oma von uns gegangen ist. Unsere Lieben gehen zu lassen ist das Härteste was wir tun müssen im Leben, aber es geht immer weiter. Und ich sage immer: wer Liebe gegeben hat, geht niemals ganz.

    Ich drücke dich virtuell!
    Jessi

    1. Zuckerpopo sagt: Antworten

      Ich danke dir vielmals …
      Ja, das stimmt. Er wird immer bei uns sein.

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