Kopflos abnehmen

Okay. Kleiner Disclaimer: Ich verstehe, dass ich diesen Text schreibe, während ich auf einem verdammt hohen Ross sitze. Ich sitze dabei auch noch im Glashaus und werfe mit Steinen um mich, aber vielleicht kann ich gerade deshalb dieses Thema etwas besser beurteilen, als manch andere.
Worum geht es eigentlich?

Am 9.7.2016 wurde in der Westfälischer Anzeiger (eine Lokale Zeitung hier in der Gegend) ein kleiner Artikel über zwei Ladies aus Bönen veröffentlicht. Das Thema war ihre Magen-OP und der damit verbundene Gewichtsverlust. – Klar dass ich da meine Ohren spitze und direkt mal lesen muss.

Abnehmen verbunden mit einer Stadt in der ich damals gelebt habe – das hat automatisch meine Aufmerksamkeit.
Im Artikel erfährt man, dass die beiden Frauen jahrelang mit Diäten gekämpft haben, irgendwann dann jeweils eine Magen-OP haben machen lassen und erfährt dabei auch von ihren Problemen rund um ihre OP und Abnahme.

Durch die OP wurde deren Magen so klein, dass sie zum Beispiel ein halbes Jahr nur noch Suppe löffeln konnten. Zu viel davon und schwubbs, einmal übergeben bitte. Kohlensäure? Übergeben. Seufz.
Ist es das wert?
Ich bin entschieden gegen solche OPs. Die werden mir auch gerade bei jedem zweiten Arzt-Besuch empfohlen, was total abartig ist, in meinen Augen. Es wird als letzter Ausweg aus dem Übergewicht beworben.

FUCK NEIN!

Ich mein; Die Damen mussten für die OP vorher schon Gewicht verlieren. Haben also vor der OP eine Selbsthilfegruppe besucht, haben ihre Ernährung umgestellt, Sport gemacht und haben abgenommen. Warum nicht weiter machen? Nein. Sie waren so verzweifelt, dass sie sich unter’s Messer gelegt haben.

Und nun? Ist mittlerweile denn alles tutti? – Nö.
Die eine saß nach OPs an Hüfte und Fuß daheim und die Pfunde kamen wieder (ich dürfte mal vermuten, dass das nicht nur durch die mangelnde Bewegung kam, sondern auch durch den gesunkenen Grundumsatz dazu nicht die gesündeste Art sich zu ernähren, aber das ist reine Spekulation) und die andere hatte irgendwann ein Plateau und hat sich Shakes reingepfiffen um abzunehmen.
Gnahhhh. Man nimmt schon die „Abkürzung OP“, ist in einer Selbsthilfegruppe und bekommt es noch immer nicht in seinen Schädel, worauf es ankommt beim Abnehmen.

Und das ist der Punkt, warum ich überhaupt dieses Posting hier verfasse. Nicht, weil ich mich über die Damen aufregen will (ich bin wirklich froh, dass sie mittlerweile ein leichteres Leben führen), oder weil ich mich über OPs auslasse (- wobei okay, doch. Ich find Magen-OPs in den meisten Fällen nicht sinnvoll, sondern sehe sie als Quick-Fix). Aber ich verurteile die beiden nicht dafür, dass sie die OP gewählt haben.

Der Punkt ist einfach der, dass man sich noch so abstrampeln und noch so bemühen kann, wenn man die Grundzüge eines gesunden Lebensstils nicht in seinen Kopf bekommt. Wenn man nicht rallt, dass diese Diäten, die einem schnelle Erfolge versprechen, nicht die sind, mit denen man die Kilos für immer, ohne Jo-Jo-Effekt los wird.
Denn Diäten funktionieren nicht langfristig. Nur eine konsequente Umstellung des Lebensstils funktioniert langfristig.
An dieser Stelle erinnere ich an meinen Disclaimer den ich diesem Post voran gestellt habe. Ich sitze in einem Glashaus während ich diesen Text verfasse, da ich selber in meine alten Muster zurück gefallen bin, als ich operiert wurde. Und ich selbst habe alles wieder zugenommen, weil ich meine Lifestyle-Änderung nicht verinnerlicht habe. Wahrscheinlich war das auch ein Indiz dafür, dass ich es mit dem Sport übertrieben habe (quasi von null auf hundert, ohne dass es ansatzweise realistisch gewesen wäre, dass ich das für immer adaptiere).

Ich weiß also wie schwer das ist. Und ich weiß wie verdammt verzweifelt man ist, weil scheinbar nichts funktionieren mag, außer die Zunahme. Ich kenne die Sprüche und Blicke und das Gefühl das man hat, wenn man nicht weiter weiß.
Doch ich weiß auch, dass es möglich ist. Es ist nicht einfach. Es ist nicht mal eben getan.

Aber stetig und konsequent, kann man sich und seinen Körper ohne OP verändern. Wenn man seinen Kopf auf die Reise mitnimmt.
Ich drücke euch und mir die Daumen, dass wir das schaffen.

Alles Liebe,
Stephie

-> Den Originalartikel findet ihr auf WA online.
-> Alternativ habe ich ihn auch hier hochgeladen.

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